Leseprobe
Ganz kurz: Hier gibt es immer wieder Leseproben aus meinen Büchern. Schmökern lohnt sich. Heute:
Kommissar Terani ermittelt Besser, du träumst nicht
Sie   hasste   dieses   Zimmer,   dessen   Einrichtung   so   sparsam   wie   schäbig   war.   Seit   gut   einer   halben   Stunde   saß   sie bereits   schweigend   und   bewegungslos   in   dem   einzigen   vorhandenen   Sessel,   dessen   unzählige   Flecken   wohl   viele Geschichten   erzählen   könnten.   Dabei   betrachtete   sie   ihn   aufmerksam   und   ernst.   Den   Mann,   der   ihr   im   gleichen Maße   fremdt   und   doch   vertraut   war.   Mit   leicht   angewinkeltem   rechten   Bein   und   hinter   dem   Kopf   verschränkten Armen   lag   er   entspannt   auf   dem   zerschlissenen   Sofa   in   diesem   abgedunkelten,   muffig   riechenden   Zimmer,   das   sie so sehr verabscheute. Erst   jetzt,   da   er   schon   eine   Weile   schnarchte,   wagte   sie   es,   sich   zu   bewegen.   Noch   etwas   unsicher   vom   langen Ausharren in einer Stellung stand sie auf. Über   dem   Fußboden   verstreut   lagen   etliche   leere   Weinflaschen.   Eine   kostspielige   Marke.   Schließlich   legte   er großen   Wert   auf   gutes   Essen   und   auf   einen   erlesenen   Wein.   Zugegeben,   er   war   ein   Weinkenner,   ein   Gourmet.   Was die   Schäbigkeit   des   Zimmers,   das   er   angemietet   hatte,   allerdings   keineswegs   vermuten   ließ.   Bis   in   die   frühen Morgenstunden   hinein   hatte   er   dem   guten   Tropfen   ausgiebig   zugesprochen.   Und   doch   hatte   es   lange   gedauert,   bis das berauschende Getränk auch endlich seine einschläfernde Wirkung gezeigt hatte. Über ihr Gesicht huschte in spöttisches Lächeln. Er wurde immer müde, trank er Wein. Trotz   allem   musst   sie   auf   der   Hut   sein.   Sie   durfte   keineswegs   über   Flaschen   stolpern,   oder   sie   gar   ins   Rollen bringen.   Das   würde   er   hören.   Davon   würde   er   wach   werden.   Sie   durfte   nicht   das   kleinste   Geräusch   machen.   Er hatte schließlich einen sehr leichten Schlaf. Das wusste sie. Jeden   Abend   verriegelte   er   sorgsam   die   Tür.   Anschließend   nahm   er   den   Schlüssel   grinsend   an   sich.   Doch   heute, heute hatte er es vergessen. Sie   hatte   es   geschafft.   Ohne,   dass   er   sich   auch   nur   einmal   bewegte,   war   sie   bis   zur   Tür   gelangt.   Sie   sah   zu   ihm.   Er lag   noch   immer   unverändert   auf   dem   durchgesessenen   Sofa,   das   gleichzeitig   auch   als   Bett   diente.   Ihr   Herz   schlug ihr   bis   zum   Hals.   Sie   hielt   den   Atem   an,   als   sie   zittrig   und   leise,   Millimeter   für   Millimeter   den   Türgriff   vorsichtig nach unten drückte. Die Tür schnappte auf. Viel zu laut. Einem Donnerschlag gleich. Erschrocken   drehte   sie   sich   zu   ihm   um.   Er   hatte   nichts   bemerkt.   Noch   immer   lag   er   unverändert   und   leise schnarchend   auf   der   Couch.   Ein   leises   Lächeln   huschte   über   ihr   Gesicht.   Dieses   Mal   würde   sie   es   schaffen.   Sie   sah sich bereits draußen auf der Straße und nach Hause laufen. In   dem   Moment,   in   den   sie   durch   dne   schmalen   Spalt   der   offenen   Tür   schlüpfen   wollte,   wurde   sie   mit   einem unterdrückten   Wutschrei   von   hinten   gepackt.   Gleich   darauf   verlor   sie   den   Boden   unter   den   Füßen.   Er   hob   sie   mit Leichtigkeit   hoch.   Jetzt   hielt   er   ihr   Gesicht   dicht   vor   das   seine.   Eine   volle   Minuge   sah   er   sie   mit   vor   Zorn   funkelnden Augen an, bevor er sie wütend zurück ins Zimmer warf. ….
Ein mystery Krimi
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