Herzlich Willkommen und viel Spaß beim Schmökern
Bettina‘s Lese-Ecke
Charlotte Charles war nicht nur eine Rechtsmedizinerin. Sie war die Rechtsmedizinerin schlechthin. …. …. Leonard Terani blieb abrupt und höchst verdattert unter der Tür stehen. Denn die Gestalt, die sich justament über die Leiche beugte, konnte unmöglich von dieser Welt stammen. Sie sprach laut mit Herrn Sommer, geradeso, als sei er noch unter den Lebenden. Im nächsten Moment blieb Leonards verdutzter Blick an der Kleidung der Pathologin hängen. Heißt, in erster Linie starrte er auf einen Zigarre rauchenden Totenkopf, der sich auf der Rückseite ihres schwarzen Laborkittels befand. Der Kommissar hatte das dumpfe Gefühl, dieser Kopf würde sich über ihn lustig machen und ihn hämisch angrinsen. Die Trägerin dieses sonderbaren Arbeitskittels stand auf mindestens zehn Zentimeter hohen Plateaustiefel deren Zierte aus silbernen Nieten und Lederriemen bestand. Vollendet wurde ihr seltsames, rückwärtiges Erscheinungsbild von schwarzen Netztstrümpfen unter rot kariertem Faltenrock. Ihr pechschwarzes Haar trug sie zu einem Pferdeschwanz, der von einer rot karierten Schleife zusammengehalten wurde. Noch bevor Leonard Terani diesen ersten Eindruck ihres Erscheinungsbildes verarbeiten konnte, drehte sich Charlotte Charles zu ihm um. Bevor sie ihre Schutzmaske abnahm, streifte sie gelassen blutverschmierte, schwarze Handschuhe von ihren Händen. „Leonardo Terani, nehme ich an?“, erkundigte sie sich mit heller Stimme. Leonard starrte fasziniert auf ihre, in dunklem Rot, geschminkte Lippen. „Ohne O“, murmelte er. „Nur Leonard.“ Er konnte nicht anders. Er starrte. Und zwar auf ein schwarzes Top, dessen rote Spitze ein ansehnliches Dkolletee zur Geltung brachte. Um den Hals und bis in besagtem Blickfang reichte eine kunstvolle Tätowierung, in Form einer Kette mit riesigem, gotischen Kreuz. Darüber trug diese interessante, knapp einen Meter und achtunfünfzig kleine Frau einen Lederriemen, an dessen Ende ein silberner Totenkopf baumelte, der bei jeder ihrer Bewegung zwischen ihren Brüsten zu tanzen schien. An ihrem rechten Arm bemerkte Leonard eine Rosentätowierung, die sich wie ein Armband um ihr schmales Handgelenk legte. Auch der Ringfinger der linken Hand war tätowiert. Leonard erkannte einen blauen Skarabäus. Im alten Ägypten, so war ihm durchaus bekannt, wurden diese Käfer als SInnbild des Sonnengottes verehrt. Noch heute dienen sie, vorzugsweisi in Schmuckstücken dargestellt, als Glücksbringer.
Kommissar Terani ermittelt Der Kommissar und die Hexe Serafina Leseprobe
Bettina‘s Lese-Ecke
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Kommissar Terani ermittelt Der Kommissar und die Hexe Serafina Leseprobe
Mit   der   einsetzenden   Dunkelheit   irrte   sie   zunehmend   orientierungslos   durch   den Wald.   Ihre   Hände   suchend   von   sich      gestreckt,   versuchte   sie   einen   Weg   durch   das Dickicht   zu   ertasten.   Zweige   peitschten   ihr   erbarmungslos   ins   Gesicht.   Ihre   Haut war    bereits    an    unzähligen    Stellen    aufgerissen    und    brannte    wie    Feuer.    Über    ihr Gesicht liefen kleine Rinnsale Blut und vermischten sich mit Tränen sowie Erde. Längst   schon   hatte   sie   jegliches   Zeitgefühl   verloren.   Sie   fühlte   sich   müde   und durstig.    Über    ihr    misshandeltes    linke    Auge    legte    sie    wiederholt    schützend    ihre blutverschmierte    Hand.    Trotzdem    wurde    der    Schmerz    in    Form    von    unzähligen Nadelstichen   erbarmungslos   in   ihr   Gehirn   geleitet.   Sie   achtete   schon   längst   nicht mehr   auf   das   Blut,   das   aus   den   ständig   von   neuem   aufbrechenden   Wunden   ihres Unterarms   floss.   Der   Schmerz,   den   sie   hierbei   erfuhr,   war   nichts   im   Vergleich   zur Angst und zur Wut, die sie im tiefsten Inneren empfand. Blind hastete sie vorwärts. Ihre   langen   Haare   verfingen   sich   in   Zweige.   Beim   Versuch   ihre   Locken   aus   dem Geäst   zu   lösen,   liefen   Tränen   der   Verzweiflung   über   ihr   zerschundenes   Gesicht. Nachdem   sie   es   endlich   geschafft   hatte,   sich   aus   der   Umklammerung   der   Bäume   zu befreien, stolperte sie weiter durch die Nacht. Strauchelnd   fiel   sie   über   Wurzeln.   Als   sie   hart   auf   dem   Boden   aufschlug,   schrie   sie vor   Schmerz   laut   auf.   Erschrocken   drückte   sie   sich   tiefer   auf   das   feste   Erdreich, sodass   sie   fast   mit   dem   Waldboden   verschmolz.   Zitternd   blieb   sie   liegen.   Dabei lauschte sie angestrengt in die Stille. Kam ihr Peiniger? Hatte er ihren unbedachten Schrei vernommen? Um   ihr   angstvolles   Keuchen   zu   unterdrücken,   hielt   sie   zitternd   den   Atem   an.   Erst nachdem   sie   sich   vergewissert   hatte,   dass   alles   um   sie   herum   ruhig   blieb,   wagte   sie es, wieder Luft zu holen. „Du bist unvorsichtig“, warnte ihre innere Stimme. „Du musst still sein. Ruhig.“ Der     Schnitt     ihrer     Wunde     oberhalb     des     Knies     war     bei     dem     Sturz     erneut aufgebrochen.    Sie    fühlte,    wie    sich    der    Stoff    ihrer    zerrissenen    Jeans    mit    ihrem warmen Blut vollsog. „Serafina, steh auf!“, meldete sich ihre innere Stimme eindringlich. Sie hatte keinerlei Kraft mehr, keinen Willen. Alle   Energie,   die   sie   bisher   noch   in   sich   gefühlt   hatte,   schien   zusammen   mit   dem Lebenssaft, das über ihr Schienbein lief, ihren Körper zu verlassen. Die innere Stimme blieb hartnäckig. Überlaut ertönte sie erneut in ihrem Kopf. „Verdammt!    Steh    auf!    Du    hast    es    soweit    geschafft.    Du    wirst    IHN    nicht    siegen lassen. Nicht über Dich. Nicht jetzt. Du wirst nicht sterben!“
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