Herzlich Willkommen und viel Spaß beim Schmökern
Bettina‘s Lese-Ecke
Er   war   so   verdammt   überheblich   gewesen!   So   verdammt   arrogant.   Er   hatte   doch   glatt   angenommen,   es   könne nichts   passieren.   Er,   Mattes,   hätte   die   ganze   Sache   gut   durchdacht.   Er   hatte   sich   für   unfehlbar   gehalten.   Die Bedenken   seienr   Frau   hatte   er   seinerzeit   lachend   in   den   Wind   geschlagen.   Über   ihren   Pessimismus   hatte   er   sich sogar lustig gemacht. Und jetzt? Jetzt   schlug   er   verzweifelt   seine   Hände   vors   Gesicht.   Dabei   schaukelte   er   unaufhörlich   mit   dem   Oberkörper   vor   und zurück.   Vor   und   zurück.   Immer   und   immer   wieder.   Und   unaufhörlich   starrte   er   dabei   auf   dem   reglos   im   Wasser treibenden Körper seiner Frau. „Petra hat einen Schuh verloren“, flüsterte er zusammenhanglos. Er   hätte   seine   Sorgen   seiner   Frau   anvertrauen   sollen.   Er   hätte   mit   ihr   reden   sollen.   Er   hätte   sie   nicht   anschreien dürfen. Aber … Vor und zurück. Vor und zurück. Es   hatte   eine   Zeit   gegeben,   da   hatten   sie   beide   über   alles   reden   können.   Bis   -   bis   zu   diesem   verdammten   Unglück. Danach    veränderte    sich    alles.    Petra    und    er    hasteten    nur    noch    von    einem    Termin    zum    nächsten.    Von    einer Veranstaltung   zur   nächsten   Feier.   Alles   nur,   um   zu   vergessen,   um   ihrer   Traurigkeit   zu   entfliehen,   dem   Schweigen   zu entgehen. ‚Sich nicht der Verantwortung stellen.‘ Waren das nicht die Worte des Mannes gewesen, der ihn geschlagen hatte und jetzt schweigend neben ihm stand? Mattes   hatte   sich   verkalkuliert.   Wodurch   sich   seine   Probleme   zu   einem   riesigen   Berg   aufgetürmt   hatten.   Er   hätte mit Petra reden sollen. Der Mann hatt vollkommen recht. Sie hätten reden sollen. „Wir hätten miteinander reden müssen. Meine Frau und ich“, jammerte er leise. „So wie früher.“ Der   Mann   neben   ihn   hatte   verstanden.   Er   nickte   zustimmend.   Mattes   nahm   diese   Bewegung   wahr,   ohne   den Fremden    direkt    anzusehen.    Die    Zustimmung    eines    Unbekannten    in    dunklem,    steifen    Anzug,    der    ihm    seine Meinung,   was   Familie,   Ehe   und   miteinander   Reden   auf   schmerzliche   Weise   deutlich   gemacht   hatte,   war   mit   einem Male irgendwie beruhigend und beängstigend zugleich. Vor und zurück. Vor und zurück.
Meine Rede. Man muss miteinander  reden. Meine Rede.
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